Für alle statt für wenige


  • Medienmitteilung 17. September 2021

    Gemäss kantonalem Gemeindegesetzes kann auch auf kommunaler Ebene das Initiativrecht eingeführt werden. Die SP Muttenz hat an der gestrigen Sektionsversammlung der

    Lancierung des Initiativrechts in Muttenz ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen zugestimmt. Damit will die Partei die Demokratie stärken und einen Fortschritt für Muttenz
    erzielen.

    „Die einzige Möglichkeit der politischen Mitsprache bietet sich der Muttenzer Bevölkerung heute an
    der Gemeindeversammlung. Das wollen wir ändern!“, so Salome Lüdi, Co-Präsidentin der SP Muttenz. Sie betont weiter: „Die Mitbestimmung durch das Initiativrecht steht nicht in Konkurrenz zur
    Mitbestimmung an der Gemeindeversammlung. Im Gegenteil, sie weitet die Mitbestimmungsrechte
    der Muttenzer*innen aus und hat damit das Potential, Menschen in Muttenz zu politisieren“.

    Mit dem Initiativrecht auf Gemeindeebene sollen politische Fragen auf die Strassen von Muttenz
    getragen werden und den Menschen im Dorf direkt vor Augen führen, dass ihre Stimme und ihr
    Engagement sehr wohl einen Unterschied machen können. Sie trägt zudem dem Fakt Rechnung,
    dass Arbeitstätige, Kranke oder Personen mit Betreuungspflichten sich nicht immer nach den
    festgelegten Terminen für die Gemeindeversammlungen richten können.

    Julie von Büren, Co-Präsidentin der SP Muttenz betont: „Sollte uns das Vorhaben gelingen, erwarten wir für Muttenz keine Flut an Volksinitiativen. Dafür erachten wir das Erfordernis von 500 Unterschriften zur Lancierung einer Volksinitiative als zu hoch. Das zusätzliche politische Instrument
    ermöglicht es jedoch, Anliegen vors Volk zu bringen, welche von einer grossen Gruppe der Muttenzer Bevölkerung mitgetragen werden“.

    Die SP Muttenz hat an der Sektionsversammlung vom 14. September 2021 offiziell beschlossen,
    die Unterschriftensammlung zu lancieren, sobald die Vorabklärungen mit der Gemeinde und
    dem Kanton getätigt wurden. Die Sektion hat sich zum Ziel gesetzt, die nötigen 500 Unterschriften für die Einführungsinitiative innerhalb eines halben Jahres zu sammeln.

     

    Kontakt für Rückfragen:
    Salome Lüdi,
    Co-Präsidentin SP Muttenz
    salome.luedi@sp-muttenz.ch, 079 835 44 26

  • Mit einer gemeinsamen Petition rufen die SP Muttenz und die SP Birsfelden den Gemeinderat von Muttenz sowie die SBB dazu auf, die Verbindung über die Gleise und Autobahn für Velofahrende und Fussgänger*innen auch während der Bauzeit zu gewährleisten. Nach dem Ersatz der Grenzacherbrücke soll diese eine sichere Verbindung für den Velo- und Fussverkehr sein.

    Mit einer Petition fordern die SP Muttenz und die SP Birsfelden, dass während der Bauzeit der Grenzacherbrücke beim Bahnhof Muttenz der Zugang zum Gebiet Hardacker mit dem Robi-Spielplatz, Familiengärten und Tennisplätzen für den Langsamverkehr gewährleistet bleibt. Zudem soll der Neubau der Brücke eine sichere Benutzung für Velofahrer*innen und Fussgänger*innen erlauben. «Für die Menschen aus Muttenz ist diese Verbindung zu den Freizeitanlagen zentral», so die Co-Präsidentin der SP Muttenz, Julie von Büren.

    Aktuell ist die Benützung der Grenzacherbrücke für Velofahrer*innen recht komfortabel: Da Autos und Lastwagen nur einspurig fahren können, bleibt genügend Platz für eine abgetrennte Velospur.

    Nach dem Neubau der Grenzacherbrücke fällt diese Velospur weg und Velofahrende müssen sich bei Tempo 60 die Fahrbahn mit Last- und Lieferwagen im Gegenverkehr teilen. Ausserdem werden die Abzweiger massiv verbreitert. Dies führt dazu, dass Fussgänger*innen einen viel längeren Weg auf der Fahrbahn zurücklegen müssen und die Geschwindigkeit der abbiegenden Fahrzeuge höher ist. «Die Sicherheit wird durch das Neubauprojekt massiv reduziert», so VCS-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der SP Birsfelden Florian Schreier.

    Die Petition wird unterstützt vom VCS beider Basel, vom Tennisclub Muttenz und vom Robinson-Spielplatz Muttenz.

    Petitionsbogen herunterladen

    — SP Muttenz & SP Birsfelden

  • Lydia Pola – Spescha kam am 2. September 1943 in Chur zur Welt. Mit ihren drei jüngeren Schwestern wuchs sie zuerst im Bündner Oberland, dann in Landquart auf.

     „Die Existenz der Familie war in meiner Kindheit ein zentrales Thema.“

    Um die Familie zu ernähren, musste der Vater auch am Wochenende arbeiten und die Mutter war mit der Erziehung und der Arbeit daheim ausgelastet. Für politische Gespräche und Diskussionen in der Familie blieb kaum Zeit.

    „Die einfache Herkunft und das Aufwachsen in einem Frauenhaushalt waren für mich prägend.“

    In dem Frauenhaushalt hat sich Lydia nie benachteiligt gefühlt. Alle waren gleichwertig und für das Wohl der Familie engagiert. Im Elternhaus von Lydia ging es in Gesprächen hauptsächlich um existentielle, familiäre Themen. So erfuhr Lydia von Demonstrationen zum 1. Mai und von politischen Veränderungen auf der Welt, wie der Tod von Stalin, nur aus Erzählungen.

     „Mein Vater engagierte sich für unsere Ausbildung.“

    Dem Vater von Lydia war eine gute Ausbildung für seine Töchter ein grosses Anliegen. Er wollte ihnen das ermöglichen, was er sich selber auch gewünscht hatte. Deshalb unterstützte er Lydia, als sie die Möglichkeit erhielt das Lehrer*innen Seminar in Chur zu besuchen.

     „Der Wechsel ins Seminar in Chur war ein grosser Schritt heraus aus dem geschützten Rahmen meiner Familie.“

    Die Klassen im Churer Seminar waren Geschlechter gemischt. Hier konnte sich Lydia ihren Traum Lehrerin zu werden erfüllen und lernte ihren zukünftigen Mann kennen.

     „Das Bild der Lehrerin als eigenständige und respektierte Frau imponierte mir.“

    Erste Regungen der Emanzipation machten sich in der Jugend von Lydia bemerkbar, als ihr als Blauringführerin nahegelegt wurde, nicht im Badekleid im Schwimmbad von Bad Ragaz zu schwimmen. Gegen diese Diskriminierung wehrte sie sich und trat bald darauf aus dem Blauring aus.

    Nach drei Berufsjahren als Klassenlehrerin in einer kleinen Landgemeinde im Graubünden zog Lydia 1967 in die Nähe ihres zukünftigen Mannes nach Muttenz. Hier wurde sie als Klassenlehrerin fest angestellt. Zu dieser Zeit waren Frauen im Leherer*innenberuf noch in der Minderheit.

     „Als verheiratete Frau wurde ich zur „Verweserin“ abgestuft.“

    Nach der Heirat 1969 musste Lydia einen Antrag stellen, um weiterhin als Lehrerin festangestellt zu bleiben. Es war zu dieser Zeit üblich, dass verheiratete Lehrerinnen nur noch eine provisorische Anstellung erhielten.

     „Die Annahme des Frauenstimmrechts und die Geburt unserer ersten Tochter fielen zeitlich zusammen.“

    Der Kampf um das Frauenstimmrecht und dessen Einführung 1971 fielen in die Zeit der Geburt der ersten Tochter. Ebenfalls stand für Lydia die Unterstützung ihres Mannes in seiner beruflichen Entwicklung zu dieser Zeit im Zentrum.

     Ich lebte mit meinem Mann immer eine Partnerschaft auf Augenhöhe.“

    Als Mutter von drei Töchtern und Partnerin eines Künstlers lebte Lydia eine gleichberechtigte Partnerschaft und blieb ihrem Beruf mit grossem Engagement bis zu ihrer Pensionierung treu. Daneben engagierte sie sich viele Jahre in der Bibliothek des Frauenvereins.

     „Die eigene Biografie und die Erfahrungen im Beruf prägten mein politisches Bewusstsein.“

    Lydia nimmt regelmässig an Abstimmung teil, interessiert und informiert sich über die politische Entwicklung. Soziale Gerechtigkeit bleibt für sie ein grosses Anliegen.